Agilitäts- und DevOps-Praktiken: Schweizer Unternehmen tun sich schwer

Quelle: CA Technologies / Georg Lauer

Agilitäts- und DevOps-Praktiken: Schweizer Unternehmen tun sich schwer

| 5. April 2018 | Kommentar

Schweizer Unternehmen tun sich im europäischen Vergleich schwer mit der gleichzeitigen Implementation von Agilitäts- und DevOps-Praktiken.

Gemäss einer neuen, von CA Technologies weltweit durchgeführten Studie, sind 75 Prozent der Schweizer Unternehmen der Meinung, dass die gleichzeitige Implementation von Agilitäts- und DevOps-Praktiken zu einem grösseren Geschäftsnutzen führt. Trotzdem zeigt die Studie „How Agile and DevOps Enable Digital Readiness and Transformation“, durchgeführt von Freeform Dynamics, dass viele Schweizer Unternehmen grosse Mühe mit dieser Herausforderung bekunden und deshalb nicht von den enormen positiven Auswirkungen auf die Geschäftsergebnisse profitieren können. Im Fokus stehen dabei die Kultur, Kompetenzen, mangelnde Programminvestitionen und die Führungsausrichtung. Insgesamt wurden 1‘279 IT- und Business-Führungskräfte weltweit befragt, 466 davon in sechs europäischen Ländern.

„Die Einführung von Agile und DevOps innerhalb des gesamten Unternehmens bietet die Flexibilität, sich schnell zu verändern und auf sich ändernde Kundenanforderungen, Benutzererwartungen, Regulatorik und vor allem neue Marktchancen zu reagieren“, sagt Georg Lauer, Senior Principal Business Technology Architect bei CA Technologies. „Die Einführung von Agile und DevOps in Schweizer Organisationen muss geschäftsorientiert, teamübergreifend, iterativ und mit den richtigen Analyse- und Feedback-Schleifen erfolgen, die eine schnelle und kontinuierliche Verbesserung ermöglichen – und das überall.“

„Agile Masters“ sind erheblich im Vorteil gegenüber ihren Mitbewerbern

„Agility Masters“ werden 14 Prozent der europäischen Unternehmen genannt, die in Bezug auf Agilität – und zwar in Breite, Tiefe und Konsistenz – sowie den Einsatz von DevOps sehr gut abschneiden. Sie haben gegenüber ihren Konkurrenten deutliche Vorteile:

  • 57% höhere Wachstumsrate des Umsatzes
  • 43% höhere Wachstumsrate des Gewinns
  • 2,6 mal höhere Wahrscheinlichkeit eines Umsatzwachstums von über 20 Prozent
  • 2,4 mal höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Unternehmenskultur und –praktiken die Zusammenarbeit in den Bereichen Entwicklung, Betrieb und IT-Sicherheit unterstützen
  • 2,3 mal höhere Wahrscheinlichkeit, dass das Software-Team gut auf die strategischen Ziele des Unternehmens ausgerichtet ist
  • 2,2 mal höhere Wahrscheinlichkeit für das Unternehmen, die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen

Mehrheit der Schweizer Unternehmen engagieren sich bei der Adoption von Agilitäts- und DevOps-Praktiken – jedoch, tiefste Umfragewerte in ganz Europa

Entwicklungsteams in Schweizer Unternehmen verändern ihre Arbeitsweise. Wenn auch mit tieferer Geschwindigkeit wie im Resten Europas. Laut der Studie engagieren sich 63 Prozent der Schweizer Unternehmen für die volle Adoption von DevOps, 59 Prozent für die vollständige Einführung von Agilitätspraktiken und 68 Prozent für die Einführung von Continuous Delivery. Alle drei Umfragewerte sind die tiefsten in ganz Europa. Rund 79 Prozent setzen übers Ganze oder teilweise Agilitäts-Methoden in ihren Entwicklungsteams ein. Und der Wert von Agilität wird immer mehr geschätzt: 77 Prozent der Befragten gaben beispielsweise an, dass Agilität die allgemeine Kundenzufriedenheit bereits verbessert hat oder verbessern wird. Ausserdem sehen 65 Prozent, dass Agilität sich positiv auf die Beschleunigung von Innovation und Time-to-Market auswirkt oder auswirken wird und 74 Prozent glauben, dass Agilität zu einer Senkung der IT-Kosten führt oder führen wird.

Und Agilität beschränkt sich nicht nur auf den IT-Bereich der Unternehmen: Beispielsweise nutzen 74 Prozent der Schweizer Unternehmen Agilität ganz oder teilweise für Kundenservice/ -unterstützung, 86 Prozent für Entwicklung oder Produktforschung und 74 Prozent für ihre Vertriebsorganisation.

Herausforderungen vor allem bei der Effektivität der Softwareentwicklung

Schweizer Organisationen stehen vor ähnlichen Herausforderungen, wenn es darum geht, die Effektivität ihrer Softwareentwicklungsprojekte zu verbessern. Die Studie unterstreicht die weit verbreitete Erkenntnis, dass die Implementierung von agilen und DevOps-Praktiken über den gesamten Software-Lebenszyklus hinweg nicht nur eine Frage neuen Know-hows und der Art zu Arbeiten ist. Es erfordert auch eine signifikante Veränderung der Denkweise und des Verhaltens – und das ist alles andere als einfach. Um die Effektivität verbessern zu können, sind für die Schweizer Befragten unter anderem folgende Punkte besonders wichtig:

  • Verbesserung der Unternehmenskultur, um die Zusammenarbeit zu fördern und zu belohnen (76 Prozent)
  • Mehr Unterstützung und Engagement vom gesamten Management (79 Prozent)
  • Training für IT-Teams, wie sie zusammenarbeiten und Best Practices in ihre tägliche Arbeit integrieren können (76 Prozent)
  • Mehr Ressourcen, um agile und DevOps-Praktiken zu implementieren (68 Prozent)
  • Zeitdruck abbauen, damit Teams effektive agile und DevOps-Praktiken implementieren können (63 Prozent)

Verfügbarkeit von Fachkräften ist in der Schweiz ein grosses Problem

Die Suche nach Fachkräften mit den richtigen Qualifikationen ist in der Schweiz ein grösseres Problem als in jedem anderen europäischen Land. Etwa 85 Prozent der Schweizer Unternehmen finden es schwierig, Fachleute zu finden, die beispielsweise mit agilen Methoden vertraut sind. 82 Prozent tun sich schwer damit Fachleute mit Erfahrungen in der teamübergreifenden Zusammenarbeit zu finden. Beide Werte sind die höchsten in Europa. Ausserdem gaben 81 Prozent an, dass es schwierig sei, Personal mit Erfahrungen im DevOps-Bereich zu rekrutieren. Dies deutet auf eine Qualifikationslücke in der Mehrheit der Organisationen hin, die eine Bereitstellung von Ressourcen, insbesondere von Ausbildungsmassnahmen, erforderlich macht.

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Kategorie: News

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