Quelle: R&M

Die Vermessung der Welt: Kapazitätsplanung für die Netzwerk-Infrastruktur im Data Center

| 8. März 2016 | Reply

Um der ständigen Nachfrage nach neuen Services und dem Wachstum der Datenmengen gerecht werden zu können, benötigen Data Center-Manager volle Transparenz, die bis auf die Ebene des Inventars hinabreicht – Asset-Level Visibilität oder Netzwerk-Visibilität genannt.

Fachartikel von Dr. Thomas Wellinger, Market Manager Data Center bei R&M

Vollständige Transparenz, plus eine Reihe von Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators, KPI) und brauchbare Daten müssen verfügbar sein, um erste Schritte auf dem Weg zu einem effizienten Infrastruktur-Management gehen zu können. Aber wie gelangen Data Center-Manager an die bestmöglichen, verlässlichen Informationen?

Der amerikanische Professor und Unternehmensberater William Edwards Deming sagte einmal: „Auf Gott vertrauen wir; alle anderen sollen Daten bringen.“ Der Satz mahnt in gewisser Weise auch zur Vorsicht gegenüber Daten. Getrieben von der DCIM-Industrie und ihren Angeboten für das Data Center Infrastruktur-Management wurden bereits viele Studien zu idealen Leistungsindikatoren erstellt. Üblicherweise laufen sie auf eine Betrachtung der Energieeffizienz (PUE), der Gesamtenergiekosten und der Bezugskosten (Preis/kWh) hinaus.

Vor kurzem führten die Marktforscher von Gartner einen weiteren Massstab ein, den IT Utilization KPI (IEC/CE). Es handelt sich um einen Indikator für die IT-Auslastung. Folgende Faktoren werden einbezogen: die gesamte Rechenkapazität sowie die Differenz zwischen dem Energieverbrauch im Leerlauf bzw. Stand by-Betrieb (IE = idle energy) und dem Energieverbrauch unter Last (CE = computational energy).

Dennoch ist festzustellen: Solange keine brauchbaren Informationen verfügbar sind, fallen Entscheide auf der Basis von Intuitionen, Trends und unvollständigen, fragmentierten Daten. Daraus folgt, das Data Center-Manager oft übervorsichtig agieren und dabei leicht irren können. Sie gehen zum Beispiel davon aus, dass sie mit einer Überdimensionierung der Infrastruktur auf der sicheren Seite sind. Doch das ist ein sehr teurer und höchst ineffizienter Weg, ein Data Center zu betreiben.

Dagegen kann eine automatisierte Infrastruktur-Lösung dazu beitragen, immer einen aktuellen Überblick zu haben. Sie macht alles sichtbar: Server, Netzwerk, Speicher, Verkabelung, Rack- und Port-Kapazitäten und mehr. Sie kann zur „Quelle der Wahrheit“ werden und zu einem Eckstein für effizientes Infrastruktur-Management.

Key Performance Indikatoren für die Data Center Effizienz
Eine Reihe von Schlüsselindikatoren liefert wichtige Informationen, die dazu dienen, die gewünschte Effizienz zu erzielen. Diese Indikatoren können dem Data Center-Management helfen, die Infrastruktur besser zu überwachen, zu analysieren und zu optimieren sowie spezifische Services anzubieten. Zu nennen sind zum Beispiel der Zeitaufwand für die Dokumentation und die durchschnittliche Bereitstellungszeit. Werden diese beiden Indikatoren im Sinne der Effizienzsteigerung genutzt, lässt sich der Zeitaufwand für die Einrichtung von Infrastrukturen und Services reduzieren. Ein Ergebnis, das sicher zu einer größeren Zufriedenheit der internen und externen Kunden führt.

Zwei weitere Indikatoren sind unerlässlich, weil sie eindeutig zu einer höheren Zuverlässigkeit des Data Center führen: die Genauigkeit der Dokumentation und die durchschnittliche Reparaturzeit (Mean Time To Repair, MTTR). Die Genauigkeit der Dokumentation hängt davon ab, wie viele Punkte korrekt und aktuell erfasst sind.

Es gibt darüber hinaus mehrere Indikatoren, die sich auf die steigende Effizienz und Dichte der Infrastruktur beziehen. Verlorene bzw. ungenutzte Kapazitäten lassen sich ermitteln, indem das Verhältnis zwischen Rack-Fläche und limitierenden Faktoren untersucht wird. Einschränkungen bei der Stromversorgung können zum Beispiel so ein limitierender Faktor sein. Die Raumeffizienz lässt sich ermitteln, wenn die genutzte Boden- und Rack-Fläche pro Flächeneinheit ermittelt wird.

Die Effizienz der Infrastruktur lässt sich durch Monitoring markant steigern. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, den Nutzungsgrad der Switch- und Router-Ports genauer zu betrachten. Dazu kann die Zahl der für Dienste bereitgestellten aktiven Ports mit der Gesamtzahl der vorhandenen aktiven Ports verglichen werden. Hilfreich wäre auch die Zählung der ungenutzten aktiven und passiven Ports – der freien Anschlusskapazitäten. Mit diesem Wissen wird es möglich, die Infrastruktur im laufenden Betrieb genauso wie im Voraus zu optimieren. Dies ist auch entscheidend, um Kapazitäten sichern zu können.

Die Zahl der Vollzeitstellen (Full Time Equivalents, FTE) ist ein weiterer interessanter Indikator. Er lässt sich den Leistungsstufen eines Data Center zuordnen. Gemeint sind die FTE, die zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs benötigt werden. Wer diesen Indikator kontinuierlich verfolgt und entsprechende Änderungen veranlasst, kann Betriebskosten und Auslastung signifikant optimieren. So lässt sich auch der Gesamtaufwand (Total Cost of Ownership, TCO) verbessern.

Sicherheit und Transparenz für das Data Center-Management
Ein Automatisiertes Infrastruktur Management (AIM) unterstützt nicht nur jeden dieser Key Performance Indikatoren. Es bietet auch noch einen weiteren grossen Vorteil: Das Data Center-Management gewinnt mehr Sicherheit und Transparenz in verschiedenen Betriebsabläufen.

Heute sind viele, miteinander verflochtene Aspekte des Data Center-Betriebs an externe Unternehmen ausgelagert. Oft werden sogar mehrere Dienstleister hinzugezogen, die im Data Center aus- und eingehen. Firma A könnte zum Beispiel für den Netzwerkbetrieb verantwortlich sein und Firma B für die Move, Add & Change-Prozess (MAC).

In der Vergangenheit hätte das Management im Falle einer Panne jemanden aus dem eigenen Betrieb ansprechen müssen, um herauszufinden, was passiert ist, und um das Problem zu lösen. Hinzu kommt, dass die rechtliche Verantwortung für alles, was einen Einfluss auf den Betrieb hatte, klar definiert war.

Doch was passiert, wenn alles ausgelagert ist und etwas schief läuft? Wenn das Management zudem keine Möglichkeit hatte, die einzelnen Tätigkeiten genau aufzuzeichnen und zu überwachen? Jede Partei wird die anderen beschuldigen und am Ende könnte das Management selbst zur Rechenschaft gezogen werden.

Potenziale und Ansätze für das Data Center-Management
Aus Erfahrung lässt sich sagen, dass gerade bei Data Center-Infrastrukturen ein enormes Verbesserungspotenzial zu finden wäre. Prozesse wie Planung, Prognosen, Bestandsaufnahmen und MACs dürften sich noch wesentlich optimieren lassen.

Ein intelligenterer Ansatz dürfte zu vorteilhaften Ergebnissen führen: So könnte ein hoch standardisierter Servicekatalog erstellt werden. Der Betrieb könnte eine gleichbleibend hohe Zuverlässigkeit erzielen. Die Dokumentationen wären verlässlich und integer. Für streng regulierte Branchen wie die Finanz-, Pharma- oder Chemie-Industrie wäre dies zweifellos ausserordentlich wichtig.

Der massgebliche erste Schritt zu einem ausgereifteren Ansatz des Infrastruktur-Managements wäre, für bessere Transparenz zu sorgen. Die Visibilität ist entscheidend. Ist sie verfügbar, gelingt auch die proaktive Infrastrukturplanung auf Basis von Prognosen. Und dann lässt sich auch der Weg zu einem Data Center-Management einschlagen, das Performance-Indikatoren wirkungsvoll zur Steuerung einsetzen kann.

Gründe für ein Automatisiertes Infrastruktur-Management

Automatisierungs-Infrastruktur

Info: www.rdm.com

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Category: Rechenzentrum & Infrastruktur

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